Was bei uns zerbrochen war, hält heute alles.

Malena und Michael. Verheiratet, drei Kinder, und eine Zeit, in der wir beide nicht mehr wussten, wie es weitergeht.

Es fing an mit Vollgas.

In der ersten Woche unserer Beziehung wurde ich schwanger. Michael war Soldat und kurz davor, für Monate in den Auslandseinsatz zu gehen. Aus „wir lernen uns gerade kennen“ wurde sehr schnell: Wir bauen jetzt ein Leben auf.

Wir stritten damals kaum. Ich habe sogar mal zu jemandem gesagt: „Mit Michael kann man sich gar nicht streiten.“ Das klang nach Glück.

Heute wissen wir, was es wirklich war. Michael machte den Mund nicht auf und schluckte runter, bis es irgendwann herauskam. Ich hielt das für Gelassenheit.

Dann kamen Hochzeit, zwei weitere Kinder, ein Haus. Von außen sah das nach einem richtig guten Leben aus.

Und dann haben wir nur noch funktioniert.

Es gab keinen Tag, an dem es angefangen hat. Es hat sich eingeschlichen.

Michael

Ich habe gearbeitet, das Haus saniert, mich gekümmert, organisiert. Ich war überzeugt: Ich tue alles für meine Familie. Wenn Malena sagte, sie fühle sich allein, kam bei mir an: Nichts davon reicht. Also habe ich aufgezählt, was ich alles mache. Oder ich habe gar nichts mehr gesagt und bin rausgegangen. Manchmal nur innerlich, manchmal wirklich zur Tür.

Malena

Ich wollte gar nicht, dass er mehr macht. Ich wollte ihn an meiner Seite. Aber je mehr ich erklärt habe, desto weiter ist er weg. Und je weiter er weg war, desto stärker wurde dieses alte Gefühl: Ich bin wieder allein. Irgendwann habe ich aufgehört zu fragen, wie es ihm geht, und angefangen zu kontrollieren, ob alles läuft.

Wir waren ein gutes Team. Termine, Kinder, Haus, alles lief. Wir waren nur kein Paar mehr.

Irgendwann war bei mir die Grenze erreicht. Nicht, weil ich Michael nicht mehr geliebt habe. Sondern weil ich diese Form unserer Beziehung nicht mehr leben wollte.

Malena

Der Satz, der alles verändert hat.

Eines unserer Kinder hat irgendwann gesagt, dass es später lieber Kinder haben möchte, ohne Partner.
Es war kein Vorwurf. Es war eine Feststellung, so wie Kinder eben Dinge feststellen.

Wir haben lange darüber geschwiegen. Weil uns beiden gleichzeitig klar wurde: Unsere Kinder hören nicht, was wir ihnen über Liebe erzählen. Sie sehen, was wir ihnen vorleben. Und was sie bei uns sahen, war zwei Menschen, die nebeneinander funktionieren.

Wir hatten uns bis dahin eingeredet, dass es reicht, wenn nach außen alles läuft. Dass die Kinder davon nichts mitbekommen. Das stimmte nicht.

Das war der Punkt, an dem wir aufgehört haben zu warten.

Was sich verändert hat, und wodurch.

Es gab keinen Moment, in dem plötzlich alles gut war. Es hat Jahre gedauert, und es war Arbeit.

Was sich zuerst verändert hat, war nicht unser Verhalten, sondern unser Blick aufeinander. Michael hat angefangen zu erkennen, was ich in einem Moment brauche, statt aufzuzählen, was er alles tut. Ich habe aufgehört zu erklären, und angefangen zu sagen, wie es mir geht.
Das klingt klein. Es hat alles verändert.

Rückfälle gab es trotzdem. Es gibt sie bis heute. Der Unterschied ist, dass wir inzwischen merken, wenn wir wieder in dem alten Muster stecken, und dass wir nicht mehr Tage brauchen, um da rauszukommen.

Neben unserer eigenen Geschichte haben wir gelernt, was es fachlich braucht:

Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg · ein Jahr Ausbildung zum Empathie-Coach · Fortbildungen in Traumaarbeit·Heilpraktikerin für Psychotherapie.

Warum wir das heute mit anderen Paaren machen.

Wir haben nicht vor, irgendwem zu erklären, wie Beziehung geht. Wir erzählen, was wir selbst erst mühsam verstehen mussten.

Ich spreche mit der Person, die seit Jahren versucht, etwas zu verändern, und sich trotzdem allein fühlt. Ich weiß, wie es ist, immer die zu sein, die anschiebt, erklärt und organisiert. Und wie es sich anfühlt, irgendwann aufzuhören zu fragen.

Ich spreche mit dem Mann, der viel leistet, seine Familie liebt und trotzdem nicht versteht, warum es schon wieder um die Beziehung gehen soll. Ich habe das gedacht. Ich habe auch geglaubt, dass ich damit recht habe.

Deshalb arbeiten wir zu zweit. Nicht weil es besser klingt, sondern weil sonst immer einer von beiden fehlt.

Und heute?

Wir streiten immer noch. Wir haben immer noch Tage, an denen einer von uns dichtmacht und der andere zu viel erklärt.
Der Unterschied ist, dass wir wissen, was da gerade passiert. Und dass wir es ansprechen können, ohne dass daraus drei Tage Funkstille werden.

Wir arbeiten heute zu zweit, sind viel unterwegs mit den Kindern und bauen uns ein Leben, das nicht dem entspricht, was man uns beigebracht hat. Nicht weil wir besonders mutig wären, sondern weil wir einmal gemerkt haben, wie schnell man sich an etwas gewöhnt, das man nie gewollt hat.

Unsere Beziehung ist nicht perfekt. Sie ist das Fundament für alles andere.

Wenn ihr wissen wollt, wie das bei euch aussehen kann.

Einmal im Monat sprechen wir eine Stunde live darüber, warum bei euch ankommt, was gar nicht gesagt wurde. Kostet nichts, und ihr müsst nichts vorbereiten.

23. September · 20:00 Uhr · live via Zoom · 60 Minuten

Wenn ihr lieber direkt mit uns sprechen wollt: Wir begleiten wenige Paare eng. Kennenlernen vereinbaren